Die Geschichte von Jesolo ist eng mit Venedig verbunden. Jesolo ist nämlich Venedig in den Annalen zuvorgekommen und hat zur Gründung der Lagunenstadt beträchtlich beigetragen. Mehrere archäologische Funde zeugen, daä Jesolo ein altes Zentrum der Römerzeit war; später, im Zeitraum zwischen dem Untergang des Römischen Kaiserreiches und der Gründung von Venedig, wurde Jesolo einer der blühendesten Häfen des Lagunenbundes.
Im Frühmittelalter war Jesolo auch unter dem Namen “Equilium” bekannt. Im Jahre 742 kämpfte Jesolo gegen Eraclea, das Malamocco und Rialto als Dogenhauptstadt vorging. Jesolo wurde 806 von Pipin (der König der Franken) zerstört und nach kurzer Zeit wurde Jesolo wieder eines der Hauptzentren des Lagunengebietes. Um das Jahr Tausend war Jesolo Bischofssitz und zählte 42 Kirchen und mehrere Klöster und Salinen.
Dann kam die Zeit des Niedergangs, der, wie es auch für Torcello passierte, von der progressiven Verlandung der Lagune verursacht wurde. Im 16. Jahrhundert begann die Republik von Venedig groäartige Trockenlegungsarbeiten, die zu der Ableitung der Flüsse Sile und Piave führten und die Morphologie der Landschaft völlig änderten; früher war sie eine Lagune und dann bekam sie einen Ackerboden. Während des Ersten Weltkrieges war Jesolo ein ausschlaggebendes Schlachtfeld, um den deutschen Vormarsch nach der italienischen Niederlage in Caporetto einzuschränken. Zu dieser Zeit wurden die ältesten Zeugnisse von Jesolo, unter denen die groäe römische Kathedrale, von der heute nur einige Reste übriggeblieben sind, zerstört.